Aus Sicht der Arbeitnehmer ist die Frage der flexiblen Arbeitszeitregelungen durch die Verwendung von Arbeitszeitkonten jedoch eher zweideutig. Einerseits gibt es die Möglichkeit einer individuelleren “Zeitsouveränität”, andererseits besteht die Gefahr einer Unterordnung unter die Flexibilitätsforderungen des Unternehmens. In Bezug auf letztere sieht die WSI-Studie die Notwendigkeit weiterer Verbesserungen bei den Tarifverträgen, um einen akzeptablen Kompromiss zu definieren. (Thorsten Schulten, Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WSI)) Seit Mitte der 80er Jahre ist die Entwicklung der tariflichen Arbeitszeit in Deutschland vor allem das Ergebnis eines Kompromisses zwischen den Forderungen der Gewerkschaften nach kürzerer Arbeitszeit und der Forderung der Arbeitgeber nach mehr Arbeitszeitflexibilität. Wie aus Tabelle 1 hervorgeht, ist die durchschnittliche Jahresarbeitszeit in Westdeutschland in den letzten zehn Jahren von 1.732 stunden im Jahre 1987 auf 1.644 Stunden im Jahr 1997 um etwa 88 Stunden zurückgegangen. In den letzten Jahren hat sich die Arbeitszeitverkürzung jedoch deutlich verlangsamt: Seit 1993 wurde die durchschnittliche Jahresarbeitszeit nur um etwa 16 Stunden reduziert. Bitte beachten Sie: Informationen zu Denstunden in Ihrem Arbeitszeitkonto finden Sie oft auf Ihrem Lohnzettel (unter AZK-Std. oder Zeitkonto). In einigen Fällen wird der Arbeitgeber Ihnen jeden Monat eine separate Zusammenfassung des Arbeitszeitkontos zur Verfügung stellen. Die Tarifverträge für Zeitarbeit (iGZ und BAP) sehen vor, dass Vollzeitbeschäftigte 35 Stunden pro Woche arbeiten müssen. Für die jeweilige Zuordnung hängen die Arbeitszeiten des Zeitbediensteten in der Regel von den Umständen in der Firma des Mieters ab und können daher auch bis zu 40 Stunden betragen.

Die meisten Tarifverträge sehen eine regelmäßige (mindestens monatliche) Information der Arbeitnehmer über den Saldo ihres individuellen Arbeitszeitkontos vor. Viele Tarifverträge geben den Betriebsräten auch Informations- und Anhörungsrechte über die Verwendung von Arbeitszeitkonten. Nur wenige Vereinbarungen beziehen die Tarifparteien in die Festlegung der Arbeitszeitkontenbestimmungen auf Unternehmensebene ein. Wenn Sie plus Stunden gesammelt haben, können Sie eine Auszeit anstelle von arrangieren. Dies muss vorher mit der Zeitarbeitsfirma vereinbart werden. Wenn der Vertrag mit der Zeitarbeitsfirma ausläuft, müssen Sie für die auf dem Arbeitszeitkonto angesammelten Plusstunden bezahlt werden. Der Tarifvertrag enthält detailliertere Informationen über das Arbeitszeitkonto. Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle für Informationen! Arbeitet der Zeitbeschäftigte auf der Grundlage von Gleichbehandlungsbestimmungen, so kann ein Arbeitszeitkonto nur geführt werden, wenn und soweit ein Arbeitszeitkonto für vergleichbare Arbeitnehmer des Mieters geführt wird.

Die Zeitarbeitsfirma hat in diesem Fall keinerlei Ermessensfreiheit. Die WSI-Studie, die auf einer Bewertung von Tarifverträgen in rund 60 Tarifeinheiten basiert, kommt zu dem Ergebnis, dass es kein einheitliches Modell eines Arbeitszeitkontos gibt. Im Gegenteil, die Möglichkeiten und Beschränkungen der Verwendung von Arbeitszeitkonten sind von Sektor zu Sektor sehr unterschiedlich. Darüber hinaus müssen tarifliche Bestimmungen in der Regel auf Betriebsebene durch Abschluss einer Betriebsvereinbarung übernommen werden. Ein Leiharbeitnehmer, der beispielsweise in der fleischverarbeitenden Industrie beschäftigt ist, darf überhaupt kein Arbeitszeitkonto führen, weil die entsprechende Mindestlohnvereinbarung dies nicht vorsieht. Das Arbeitszeitkonto ist sehr typisch für Leiharbeit.